Turnverein Eisenharz 1912 e.V.

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Deutliche Niederlage gegen Heckengäu

 

Zeitungsbericht von Susi Weber:

Die eigentliche Hiobsbotschaft kam schon vor dem Beginn des Geisterwettkampfes in der Ebnethalle: Elias Ruf und Manuel Drechsel können und dürfen nicht turnen. Der Grund: Beide kommen aus dem Risikogebiet Innsbruck und müssen sich – so wollen es die strengen Regeln der Deutschen Turnliga – (maximal 48 Stunden) vor dem Wettkampf testen lassen. Das Problem: Die Ergebnisse kamen nicht rechtzeitig, die Startberechtigung konnte nicht erteilt werden. Zu verschmerzen hat die TG Wangen/ Eisenharz zusätzlich auch noch den verletzungsbedingten Ausfall von Felix Kimmerle (Achillessehnenriss).

„Ja mei. Das ist halt das Risiko“, sagte Robert Treiber und beschrieb Minuten vor Wettkampfbeginn die Stimmung im Team: „Die sind schon recht aufgeregt, weil alle mehr turnen müssen, als sie dachten und wollten.“ Da half es wenig, dass auch die WTG Heckengäu nicht in Bestbesetzung ins Allgäu gekommen ist und verletzungsbedingt auf drei ihrer Turner verzichten musste. Aus Sicht der Heimmannschaft konnten nur Simon Strobel (Boden), Pascal Schober (Pferd) und Hannes Müller (Reck) gegen ihre Gegner punkten und insgesamt sieben Scorepoints für die Allgäuer gutschreiben. Alle zwölf Gerätepunkte gingen an die WTG Heckengäu. Dennoch sahen zumindest die TV-Zuschauer im Livestream von Sport Deutschland TV wirklich hervorragende und hochklassige Übungen, allerdings überwiegend aus den Reihen der Gäste.

„Mit Eli und Manu wäre es vermutlich spannender geworden“, sagte nach dem Wettkampf Pascal Schober, der am Samstag neben seiner Paradedisziplin Pferd auch an den Ringen zu sehen war. Wie es so war, in der „leeren“ Ebnethalle aufzutreten? „Zuschauer sorgen halt für die Atmosphäre, was die Motivation steigert und fördert“, sagte Schober. Allerdings sei ein „Geisterwettkampf“ immer noch besser als nichts auszurichten. Einen Abstieg wird es in dieser Saison ja bekanntlich nicht geben. Mit sich selbst war Schober „relativ zufrieden“: „Das war okay.“

Auch Hannes Müller gehörte zu jenen, die solide Übungen ablegten. Auch er bedauerte die Abwesenheit der Mannschaftskollegen, sagte aber auch: „So mussten auch andere an Geräte und konnten ihr Potenzial zeigen.“ Als Beispiel nannte er Finn Ruchti, der sich nach langer Trainingspause am Pferd, am Sprung und am Reck präsentierte.

Zu jenen, die das Fehlen von Ruf und Drechsel zu kompensieren versuchten, gehörte auch Simon Strobel: „Zunächst war ich für Pferd und Reck vorgesehen. Dann war klar: Ich turne auch Boden.“ Nach seinem Schienbeinknochenbruch im Dezember, und trotzdem er erklärte: „Ich bin noch nicht hundertprozentig fit“, gelang ihm seine Übung auf der Matte hervorragend. Außer an den Ringen war Strobel an allen Geräten im Einsatz.

Der Wettkampf in Coronazeiten zeigte Unterschiede zum „Normalbetrieb“ auch im Gesamten. Nicht nur die Schiedsrichter setzten auf Distanz zueinander, auch die beiden Mannschaften wurden streng voneinander getrennt. Dennoch gab es am Ende die übliche „Salto-La-Ola-Welle“. Nichts mit Corona, dafür aber mit dem Umbau der Sanitärräume in der Ebnet zu tun, hat die Tatsache, dass zum Duschen in die Lothar-Weiß-Halle gefahren werden musste.

Offen bekannte Treiber, dass wenn es nach ihm alleine gegangen wäre, er gar nicht für die Dritte Liga gemeldet hätte: „Aber die Turner wollten turnen.“ Treiber geht es dabei nicht nur um die Pandemie, sondern auch um die schwierigen Rahmenbedingungen in Wangen, die durch den Umbau nicht besser werden.

In drei Wochen geht es für die TG Wangen/ Eisenharz, Viertplatzierte und Letzte der Tabelle, nun – nach dem einzigen Wettkampf zu Hause in dieser Saison – nach Grötzingen bei Karlsruhe. Die Grötzinger besiegten am Wochenende den TV Bühl und sind nun Zweite hinter der WTG Heckengäu.

Info: Die TG Wangen/ Eisenharz turnte mit Jakob Hölz, Stefan Merath, Finn Ruchti, Hannes Müller, Moritz Mittmann, Pascal Schober und Simon Strobel. Topscorer des Duells wurde Niccolo Spiess (WTG Heckengäu) mit 14 Punkten. Beste Turner der TG waren Simon Strobel und Hannes Müller mit jeweils drei Punkten.

Fotos vom Wettkampf (v. Susi Weber):

      

 

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